Vorstellung neuer Partner für Fahrradparcours im Rahmen der Projektwoche in der Lindengrundschule Missen
BILDNACHRICHT
Landkreis Oberspreewald-Lausitz
05.08.2025
(Nr. 107/2025)
So geht es weiter: Aufgaben der ehemaligen Kreisverkehrswacht OSL in der Fortführung
Bild: l. Olaf Schmidt (Projektverantwortlicher für den Fahrradparcours bei der WEQUA - Wirtschaftsförderungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH Lauchhammer) und r. Martin Höntsch (Amtsleiter für Straßenverkehr und Ordnung im Landkreis OSL) (Bild: Landkreis OSL/Nora Bielitz)
Am 12. Juli 2024 hatte die Kreisverkehrswacht OSL e.V. in ihren Räumen in der Felix-Spiro-Straße in Senftenberg nach über 30 Jahren Tätigkeit öffentlichkeitswirksam die Auflösung des Vereins bekannt gegeben. Mit dem Ende des laufenden Schuljahres stellte der Verein alle Projekte ein. Ausschlaggebend für diesen schwerwiegenden Schritt war die sich über viele Jahr hinweg anhaltend angespannte Personalsituation, die weder ehrenamtlich noch hauptamtlich gesichert werden konnte.
Zu den drei größten Projekten, die das Team durchgeführt hatte, gehörten das Rollerprojekt „Fit und Flink – sicher durch den Landkreis OSL“, das regelmäßig in den Kindertagesstätten stattfand, die Fahrradprüfung für Kinder in der 4. Klasse mit anschließendem Kreisausscheid „Siggi Sicher“ als größte dieser Art im Land Brandenburg sowie die Busschule in Kooperation mit der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz mbH, bei der die Kinder den Umgang mit dem Verkehrsmittel Bus übten.
Landrat Siegurd Heinze hatte zur Auflösung des Vereins zugesichert, dass die Kreisverwaltung bereits an einer tragfähigen Lösung zur perspektivischen Absicherung der Aufgaben zur erfolgreichen Verkehrserziehung im Landkreis arbeite. Dieser Aufgabe hatte sich das Amt für Straßenverkehr und Ordnung mit Amtsleiter Martin Höntsch angenommen: „Das Wegbrechen der Kreisverkehrswacht OSL und damit auch zahlreicher wichtiger Projekte für die Frühbildung zum sicheren und umsichtigen Verhalten im Straßenverkehr sind für uns kein Zustand, den wir akzeptieren wollten oder können. Deswegen prüfen wir nach wie vor alle organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten und haben dabei Akteure gefunden, die genau wie wir einschätzen, dass diese Aufgaben und Projekte bestmöglich abgesichert werden müssen. Deswegen freue ich mich, dass wir nun einen ersten Zwischenstand mit positiven Entwicklungen geben können.“
Alle Schulen und Kindertagesstätten im Landkreis wurden in diesem Jahr schriftlich zum aktuellen Stand informiert und haben bereits auf die Angebote zurückgegriffen. Der Bedarf und die Nachfrage sind seitens Kita und Schule gleichbleibend hoch.
Rollerprojekt in Kindertagesstätten
Für die Fortführung des Rollerprojektes, das Vorschulkinder spielerisch an sicheres Verhalten im Straßenverkehr heranführt, konnte die Verkehrswacht Cottbus gewonnen werden. Der Kontakt zu den Ansprechpartnern aus Cottbus wurde durch die Kreisverwaltung an die Kitas vermittelt, sodass diese einen entsprechenden Bedarf anmelden und Termin vereinbaren können.
Die Verkehrswacht Cottbus hat die Durchführung des Projektes aktiv gestartet – erste Einrichtungen, vor allem im nördlichen Landkreis, haben in diesem Jahr bereits teilgenommen. Kindertagesstätten melden ihren Bedarf direkt an die Verkehrswacht. Pro Kind fällt ein geringer Kostenbeitrag für die Eltern an. Für die weiteren Kosten hat die Verkehrswacht Cottbus eine Vereinbarung mit der Landesverkehrswacht getroffen.
Busschule für Grundschulen
Die Busschule wird künftig von der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz (VG OSL) in enger Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion OSL (Sachgebiet Prävention) organisiert und durchgeführt.
Ziel ist es, Kinder sicher auf das Verhalten an und im Bus vorzubereiten. Erste Termine fanden bereits statt. Noch vor den Sommerferien 2025 werden alle Grundschulen kontaktiert, um Termine für die flächendeckende Umsetzung zu Beginn des neuen Schuljahres im September und Oktober zu vereinbaren.
Die VG OSL begleitet die Termine vor Ort mit theoretischen Inhalten und stellt außerdem einen Bus und einen Busfahrer für die praktischen Inhalte bereit. Die Polizei bringt sich mit Hinweisen zum Verhalten im Straßenverkehr und an den Bushaltestellen aktiv ein, der Landkreis unterstützt das Projekt über eine indirekte Kostenbeteiligung.
Fahrradprüfungen für Grundschulen
Die Organisation und Durchführung der Fahrradprüfungen hat für das Schuljahr 2024/25 die WEQUA - Wirtschaftsförderungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH Lauchhammer übernommen. Gespräche über eine längerfristige Fortführung und Finanzierung laufen derzeit.
In enger Zusammenarbeit mit den Schulen, der Polizeiinspektion und engagierten Eltern hat die WEQUA seit April an 13 Grundschulen den praktischen Fahrradparcours durchgeführt. Für den vorausgehenden Theorieunterricht und die damit einhergehende Prüfung sind die Lehrkräfte zuständig, die WEQUA unterstützt dabei punktuell.
Die finale praktische Prüfung im Straßenverkehr erfolgt mit Begleitung und Absicherung der Strecke durch die Polizei, Lehrkräfte und Eltern.
Der Landkreis hat den Fahrradparcours-Anhänger mit der kompletten Ausstattung der ehemaligen Verkehrswacht OSL als Leihgabe an die WEQUA übergeben und unterstützt die Maßnahme materiell.
Der letzte Termin in diesem Schuljahr zur Durchführung des Fahrradparcours fand am 31. Juli an der Grundschule in Missen statt. Hier bildete der Parcours einen Teil der Projektwoche, die der Kreissportbund OSL in den Sommerferien an der Grundschule durchgeführt hat. Nach dem erfolgreichen Erproben und Absolvieren des Parcours stand für die 26 teilnehmenden Kinder am Freitag, 1. August, die daran anknüpfende Fahrradprüfung im Straßenverkehr an, die u.a. durch die Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz abgesichert wurde.
Eine Fortsetzung des im Anschluss an die praktischen Fahrradprüfungen stattfindende zentralen Kreisausscheides der 4. Klassen „Siggi Sicher“ ist derzeit nicht realisierbar.
Landkreis sichert Verkehrserziehung durch starke Netzwerke
„Die grundlegende Verkehrserziehung im Landkreis OSL ist auch nach dem Wegfall der Kreisverkehrswacht sichergestellt“, sagt Landrat Siegurd Heinze. „Die jahrzehntelange wertvolle Arbeit und das hohe ehrenamtliche Engagement des Kreisverkehrswacht-Teams rund um den Vorsitzenden Hans-Joachim Dupski können wir in Gänze so nicht ersetzen, aber wir sind erste Schritte gegangen, um Kindern, Schülerinnen und Schülern Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln. Das werden, wollen und müssen wir weiter ausbauen. Verkehrserziehung ist keine Pflichtaufgabe, aber wir dürfen hier keine Defizite aufkommen lassen. Dafür haben wir starke Partner gewinnen können, die sich mit großem Engagement für die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr einsetzen. Ich danke allen Beteiligten ausdrücklich!“
Bilder zum Download: https://nxc.lk-osl.de/index.php/s/dG5QCte6EjWiEMc
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Nora Bielitz
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